Geld-Fragezeichen???

Geldfragen und Geldsorgen

Viele Fragezeichen sieht man heute in den Gesichtern der Menschen, die sich mit den eigenen Finanzen und der persönlichen Vorsorge befassen. Längst sind die Zeiten vorbei, als man der eigenen Währung gegenüber noch mit Zuversicht in die Zukunft schaute und als man der Zusicherung, die gesetzliche Rente sei sicher, noch Glauben schenken mochte. Der Kapitalismus verbunden mit einem möglichst ungehinderten und befreiten Markt, schien sich geradezu als Weltreligion zu etablieren und Fesseln von Seiten der Politik, wurden in bestem Fall als Behinderung dieser Entfaltung gesehen.

Kapital
© Gerd Altmann / pixelio.de
Die Folge dieser Entwicklung sind die Schuldenstaaten, die kaum noch Perspektiven sehen, den eigenen Schuldenberg jemals abzutragen und eher virtuell angelegten Ideen, wie einer Schuldenbremse auch in der Praxis nahe zu kommen. Die Schere zwischen medieninszinierter Politik und der Wirklichkeit öffnet sich immer weiter und immer schneller: Während Schuldenbremsen zum Gesetz geschmiedet werden, wird gleichzeitig die größte Neuverschuldung initiiert. Auch in den Jahren des Wirtschaftswachstums steigen die Schulden weiter und die Frage, wie diese dann in schwächeren Jahren zurückgeführt werden sollen, kann bestenfalls noch mit Kopfschütteln beantwortet werden. Bei flüchtiger Betrachtung sieht der Kurs des Euro heute gar nicht einmal so schlecht aus. Jedenfalls wirkt er stärker als zu seiner Einführung. Dies ist aber nur auf die Tatsache zurück zu führen, dass der Wechselkurs des Euro am US-Dollar bemessen wird. Und getreut dem Sprichwort, der Einäugige sei unter den Blinden der König, präsentiert sich der Euro in einer Stärke, die faktisch nicht wirklich existiert.

Für viele Anleger scheint die persönliche Altersvorsorge zu einem Würfelspiel geworden zu sein. Die demographische Entwicklung in Deutschland lässt ernste Zweifel zu, ob in nur einem Jahrzehnt Rentenzahlungen, wie sie man sie heute kennt, noch möglich sind. Doch auch private Zusatzrenten hängen von Fragen der künftigen Stabilität unseres Wirtschaftssystems ab. Riester Einlagen versprechen eine Rendite von vier Prozent und man mag sich in Zeiten, in denen solide Anlagen mit weniger als einem Prozent verzinst werden, die Frage stellen dürfen, auf welchen Wegen eine Verzinsung von vier Prozent erreicht werden kann. Soll die Rendite der Altersvorsorge über Staatsanleihen in Griechenland und Italien erwirtschaftet werden?

Wenn die europäische Zentralbank, die Schulden ihrer Mitglieder aufkauft, dann kommt dies einem Drucken neuen Geldes gleich. Eine Beschleunigung der Inflation kann die Folge sein. Mit einer solchen verlieren zwar die Schulden der Staatshaushalte an Wert, es wird allerdings auch das Vermögen der Anleger vernichtet. Es ist nicht sinnvoll, das eigene Vermögen unter der Bettdecke zu verwahren, aber viele Menschen stellen sich die Frage, welche Anlage jenseits des Euroraums, das eigene angesparte Vermögen denn vor den Unwägbarkeiten der gegenwärtigen und den kommenden Krisen bewahren kann. Gold scheint eine solide Anlage zu sein, jedoch keine, die sich zu verzinsen weiß. Und ein bereits grenzenlos überschätzter Goldpreis birgt auch die Gefahr in sich, wieder erheblich an Wert zu verlieren, sobald sich ein Krisenherd einmal beruhigt hat. Ein eigenes Häuschen mag Gold wert sein, jedenfalls spart man auf diese Weise auf der Ausgabenseite die ebenfalls von der Inflation betroffenen Steigerungen der Miete.

Gelegentlich sieht es so aus, als würde sich der Kapitalismus derzeit ins Bodenlose stürzen. Doch was sind die Alternativen? Der autoritäre Sozialismus ist genauso gescheitert, wie es derzeit dem all zu freien Kapitalismus droht und es ist zu bezweifeln, dass die Linken in unserem Lande mit einer Kehrschaufel bereit stehen, um nach dem Sturz des Kapitalismus die Trümmer aufzukehren und daraus etwas neues zu schaffen.

Viele Fragen bleiben offen, wenn man heute an das liebe Geld denkt. Diese Website wird auch nicht die Antworten liefern. Sie wird aber weitere Fragen stellen und sich an dieser Diskussion beteiligen, die uns alle betrifft.

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